27.02.2007

Krage Speditionsgesellschaft mbH - starker mittelständischer Logistikdienstleister - Hannover


Krage Speditionsgesellschaft mbH, ein Kunde der active logistics, stellte uns freundlicherweise ein aktuelles Kundenprofil zur Verfügung:


Seit geraumer Zeit muss sich Mathias Krage immer wieder Spekulationen erwehren: Ist die Hannoveraner Spedition Krage die nächste mittelständische Spedition, die von Kühne + Nagel oder dem dänischen Speditionskonzern DSV übernommen wird?

Denn Krage mit seinen Standorten Hannover, Potsdam und Schwanebeck bei Halberstadt ist einer der starken mittelständischen Partner in der Stückgutkooperation IDS. Bekanntlich haben sich sowohl Kühne + Nagel und DSV in den vergangenen drei Jahren durch die Übernahme mehrerer IDS-Gesellschafter in die Kooperation eingekauft.
Krage und sein Bruder Joachim aber verschwenden an einen Verkauf des Familienunternehmens keinen Gedanken. Sie beschäftigen sich vielmehr intensiv mit der Zukunft des Unternehmens. Und diese heißt investieren.

„Wir werden eine neue Anlage in der Nähe des Flughafens Hannover errichten“, kündigt Mathias Krage als einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter gegenüber der DVZ an.

Ziel ist es, auf einem rund 130 000 m² großen Grundstück zunächst zwei nebeneinander liegende Hallen mit zusammen 42 000 m² Lagerfläche zu bauen. „Darin wollen wir unser heute auf  verschiedene Standorten Hannovers verteilte Logistikgeschäft zusammenführen“, erläutert Krage. Die Halle soll noch in diesem Jahr errichtet und in Betrieb genommen werden.

In einem zweiten Schritt will Krage dann eine Speditionsanlage auf dem neuen Gelände bauen. Dorthin sollen dann bis spätestens 2009 die Stückgut- und Teilladungsaktivitäten aus der heutigen Stammanlage in Hannover-Linden umziehen.

Davon verspricht sich der Spediteur erheblichen Synergien, denn „wir generieren schon heute rund 25 Prozent unserer Ausgangstonnage im Stückgut- und Teilladungsgeschäft aus der Logistik.“ Die Nähe von Speditions- und Logistikgeschäft bedeutet dann kürzere Wege, schnelleren Umschlag und damit mehr Effektivität.

Darüber hinaus spielt das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle in den Überlegungen. Zum einen ließen sich auf dem neuen Gelände die zahlreichen neuen Sicherheitsanforderungen leichter erfüllen. Zudem verlangten die Kunden für ihren jeweiligen Lagerbereich individuelle Zugangssicherungen, erläutert Krage.
Mit der Investition wird das Unternehmen sein Logistikgeschäft weiter aufbauen. Seit dem Einstieg in dieses Geschäftsfeld vor fünf Jahren ist es kontinuierlich gewachsen. Rund 200 Mitarbeiter umfasst der Personalstamm an den drei Standorten nur für logistische Tätigkeiten bereits, „das gibt uns eine gewisse Flexibilität.“

Ein Beispiel: Für einen Auftraggeber konfektioniert das Krage-Gerloff Team jährlich rund 10 Mio. Tüten auf Verkaufsständer. Diese werden unter anderem über das IDS-Netz europaweit verteilt. Im Anschluss an die Verkaufssaison werden die nicht verkauften Waren wieder nach Schwanebeck zurückgeholt. Dort werden sie umgehend gezählt, eingelagert und dem jeweiligen Kunden des Auftraggebers gutgeschrieben, skizziert Krage ein logistisches Beispiel.

Mit dem Einstieg in die Logistik hat sich Krage ein Stück Unabhängigkeit vom risikobehafteten Stückgutgeschäft geschaffen. Sind dort einmal nicht mehr die notwendigen Renditen zu erwirtschaften, darf dies für die Gruppe nicht existenziell sein, so Krages Credo.

Doch derzeit ist dies kein Thema. Die Ertragslage des Unternehmens mit inzwischen rund 650 Mitarbeitern bezeichnet Krage als gut. Nachdem 2005 rund 2 Mio. EUR vor Steuern übrig geblieben sind, ist 2006 „eher besser gelaufen“, deutet er an. Die Logistik macht dabei inzwischen rund 20 Prozent des Umsatzes von gut 65 Mio. EUR an den drei Standorten aus, „allerdings bei einer ganz anderen „Umsatzwertigkeit“, wie Krage andeutet.

Trotz aller Blicke auf die Logistik sieht sich Krage unverändert als Transportunternehmer. Doch beide Geschäftsfelder profitieren voneinander – die Logistik von einem funktionierenden Netz in Deutschland mit Anschluss an Europa, die Stückgutsparte wird von dem nicht unbeträchtlich aus der Logistik generierten Transportvolumen gestärkt.
Mit der geplanten Investition unterstreichen die Gebrüder Krage ihre Ambitionen, das Familienunternehmen auch als solches zu erhalten. Die in vielen Fällen bestehende Nachfolgeproblematik gibt es bei den Krages nicht – die Brüder Mathias und Joachim sowie ihre Schwester  haben bereits neun Nachkommen. 

Über Krage Speditionsgesellschaft

Die Krage Speditionsgesellschaft wurde 1919 von Albert Krage sen. im niedersächsischen Rodewald gegründet. Das Familienunternehmen wird heute in der dritten Generation von den Brüder Mathias und Joachim geführt.
An den drei Standorten Hannover, Potsdam und Schwanebeck (über das Joint Venture Krage & Gerloff Logistik GmbH) werden heute rund 650 Mitarbeiter beschäftigt. Sie erwirtschaften 2006 einen Umsatz von rund 65 Mio. EUR. Schwerpunkt ist der Stückguttransport in Deutschland als Gesellschafter der Kooperation IDS Logistik und europaweit sowie die Kontraktlogistik.

http://www.krage.de


Interview mit Herr Mathias Krage:

seit die Konzerne Kühne + Nagel, DSV und Geodis die Stückgutkooperation IDS entdeckt und sich dort eingekauft haben, gibt es immer wieder Spekulationen über die IDS-Zukunft. Haben Sie als Krage Spedition einen Notfallplan für den Fall, dass IDS auseinander bricht?

Zunächst gehe ich davon aus, dass IDS in der jetzigen Konstellation stabil ist und sich die Konzerne in dem Status Quo organisieren können. Aber wir haben zum einen aus der Vergangenheit noch Verbindungen zu einer ganzen Reihe von Kollegen, mit denen wir zusammengearbeitet haben. Zum anderen dürften wir am Standort Hannover sicherlich auch für die eine oder andere Kooperation nicht ganz uninteressant sein. Also wir wären im Fall der Fälle durchaus in der Lage, eine eigene Struktur mit Partnern oder über eine andere mittelständische Kooperation zu schaffen. Aber wie gesagt: Das sind aus meiner Sicht derzeit nur hypothetische Gedanken.