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Gemeinsamer Workshop von IBM und active logistics am 23. Janua
Gemeinsamer Workshop von IBM und active logistics
Gut 50 Teilnehmer informierten sich beim gemeinsamen Workshop von active logistics und IBM über die neuesten Trends in der RFID-Technologie, bei Zoll- und Speditionssoftware und Compliance-Lösungen. Highlight war der Vortrag von Professor Dr. Andreas Otto, der erläuterte, wie das Controlling in Logistikunternehmen Umsatz und Produktivität steigern kann. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Praxisbericht von Erik Ziegler, der aufzeigte, wie die MaxXium Deutschland GmbH innerbetriebliche Logistik mit integrierter IT ihren Ruf als Kostenfaktor abgeschüttelt hat.
Inzwischen wurde die Logistik bei MaxXimum zum Erfolgsfaktor, der sich auch in der obersten Führungsetagen mit klaren Kennzahlen darstellen lässt. Dazu rechnet Ziegler die "Out of stock"-Situationen in entgangene Umsätze um und stellt das Vermeiden von solchen Situationen durch ausgefeilte Logistik als Wertschöpfungsbeitrag dar. Denn, so Ziegler: "Ein Produkt kann seinen Wert nur dann realisieren, wenn es am Ort des Absatzes vorhanden ist. Mit der zuverlässigen Überwindung von Distanzen stellt Logistik bereits eine Leistung dar."
Eine ähnlich konstruktive Rolle kann Controlling auch in Logistikunternehmen spielen. Dazu muss sich der Controller von der Rolle des Datenlieferanten zu einer Instanz emanzipieren, die dafür sorgt, dass Entscheider, also Management und Mitarbeiter vor Ort, aus den gelieferten Informationen die richtigen Schlüsse ziehen und rational entscheiden, empfiehlt Professor Otto, Inhaber des Lehrstuhls für Controlling und Logistik an der Universität Regensburg. Aus dieser Position heraus kann Controlling über die Beeinflussung der Einkaufs-, Produktions-, Verwaltungs- und Vertriebskosten den EBIT und den Unternehmenswert, verstanden als Gewinn nach Zins und Steuern abzüglich Kapitalkosten, verbessern helfen. Letzteres effektiver, wenn Controlling nicht nur operativ, sondern auch strategisch, über mehrere Berichtsperioden hinweg denkend, agiert.
Mit solch einer strategischen Betrachtung müssen Logistikdienstleister auch vorgehen, wenn sie an die Einführung von Transponder-Technik denken. Dirk Spannaus, Business Development Representative von IBM, der schwerpunktmäßig Unternehmen bei diesem Schritt betreut erläuterte, warum. Ein Logistik-Dienstleister, der lediglich dem Kundenwunsch folgt und RFID-Tags auf die Sendungen seiner Auftraggeber klebt, wird dadurch nur zusätzliche Kosten haben, die oft nicht einmal erstattet werden. Nutzen kann er nur haben, wenn der die Informationen auf den RFID-Tags zur Optimierung eigener Prozesse einsetzt. Diese Informationen sind nämlich geeignet, die gesamte Supply Chain transparent zu machen. Aus dieser Transparenz kann der Logistik-Dienstleister dann neue Services ableiten, die ihm nicht nur strategische Vorteile sondern auch einen einträglichen Ertrag bringen. Spannaus empfahl "jetzt" in strategische Überlegungen zur Einführung RFID-gestützter Prozesse einzusteigen, da die Pionierphase der RFID-Technik vorbei sei und die Wachstumsphase beginne. Für 2010 rechnete er mit einer so weit fortgeschrittenen Einführung, dass der Einsatz von Transpondertechnik ein Muss ist.
Arnold Kriener, Prokurist der active logistics in Herdecke, stellte den Teilnehmern die Dynamic Logic Engine (DLE) vor, ein von active logistics entwickeltes Software-Tool, mit dem Anwender selbst Prozesse und Routinen in Standardsoftware anlegen können. Die hilft immer dann, wenn von einem Speditionskunden ein Prozess gefordert wird, der in der Speditionssoftware nicht hinterlegt ist. Dabei wird die DLE von vier Komponenten unterstützt:
- die DPE, Dynamic Process Engine, kann beispielsweise Aufgaben und To-Dos anlegen mit Deadline und Eskalationsmanagement für den Fall, dass die Aufgabe zum Termin nicht erledigt ist,
- die DCE, Dynamic Calculation Engine, sorgt für die Integration von Matrizen, Tabellen und Tarifen, die möglicherweise die Standardsoftware noch nicht kennt,
- die DDE, Dynamic Data Engine, speichert Daten, die in den Datenbanken, auf die die Standardsoftware zugreift, nicht enthalten sind, ohne diese Datenbanken zu ändern und
- die DSE, Dynamic Security Engine, sorgt für die Sicherheit durch die Verwaltung und Kontrolle von Zugriffsregelungen, die auch von anderen Programmen mit genutzt werden können.
Der Zugriff auf die DLE zum Abarbeiten der hinterlegten Prozesse erfolgt entweder aus dem Softwareprogramm; in dem Fall muss diese Option dort programmiert werden. Der Zugriff auf die DLE-Prozesse kann aber auch erfolgen, indem die DLE direkt auf die Daten in den Speditionsdatenbanken oder andere Datenbestände zugreift. In dem Fall muss in der DLE eine Routine hinterlegt werden, nach der die DLE periodisch Veränderungen der Daten abcheckt und dann die entsprechenden Prozesse ablaufen lässt. Auslöser können "Wenn - dann"-Bedingungen sein oder Regeln und das Ergebnis sind Aktionen wie die Berechnung von Werten, die Ausgabe von Meldungen oder gar der Versand von E-Mails mit oder ohne Attachments, falls bestimmte Bedingungen nicht erfüllt sind.
Beispielsweise könnte die DLE bei jeder Änderung in der Adressdatenbank eine entsprechenden Compliance-Software aufrufen, die dann die Adresse auf Übereinstimmung mit den Listen terrorverdächtiger Personen vergleicht. Dies ist - so wollen es nicht nur die USA sondern auch die EU - die Pflicht eines jeden Unternehmens, um zu verhindern, dass mit terrorverdächtigen Personen oder Unternehmen Geschäfte gemacht werden.
Die Hintergründe erläuterten Klaus Papist, Prokurist der DAKOSY AG in Hamburg, und Franz Romer, Marketing and Communication Manager der active logistics.
Klaus Papist stellte den neuesten Stand des elektronischen Zollsystems ATLAS vor und gab einen Überblick über die neuesten Releases und Funktionen. Auch erläuterte er das Zusammenspiel zwischen dem zolleigenen ATLAS-System und den zu aktuellen Compliance-Softwareprogrammen nach und machte die Teilnehmer eindringlich darauf aufmerksam, dass ein Zusammenarbeit mit terrorverdächtigen Personen nach dem deutschen Außenhandelsgesetz eine Straftat darstellt. Die Geschäftsführung ist im Unternehmen dafür verantwortlich, dass nicht nur alle externen Adressen - einschließlich der Bewerber, die eingestellt werden sollen - mit verschiedenen Zollabwicklungsprogrammen, die auf dieses System zugreifen. Romer zeichnete die Linie von den Ereignissen des 11. September 2001 bis hin zum Abgleich von Compliance-Listen. Er zeigte auch auf, welche Maßnahmen eingeleitet werden können, im Falle von positiven Treffern. Das reicht vom "Einfrieren" des Versandvorganges bis hin zur Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft. Eine Anfrage beim Bundesamt für Außenwirtschaft reiche, so Romer, in solchen Fällen möglicherweise nicht aus.

